Behandlungsmethoden Physiotherapie

Neurologische Behandlung nach Bobath

Das Bobath Konzept bietet einen problemlösungsorientierten Zugang zur Befunderhebung und zur Behandlung von Menschen mit Störungen von Funktionsfähigkeit, Bewegung und Haltungskontrolle aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung des zentralen Nervensystems.
Die Basis bildet das Verbessern der Haltungskontrolle und der selektiven Bewegungen mittels Fazilitation (IBITA 1996, Panturin 2001, Brock et al 2002, Raine 2006).
Dieser Zugang zur Rehabiliation von Erwachsenen mit Gesundheitsstörungen des zentralen Nervensystems gründet sich auf der Arbeit von Berta und Karel Bobath und wurde über die letzten 50 Jahre stetig weiterentwickelt.
Die heutige Basis für das Bobath Konzept bilden ein aktuelles Wissen aus den Neurowissenschaften, insbesondere aus den Gebieten der motorischen Kontrolle und des motorischen Lernens, der neuralen und muskulären Plastizität, sowie der Biomechanik. Im Weiteren gründet das Konzept auf der Erfahrung von klinischen Experten und den Bedürfnissen und Erwartungen der Patienten (Sackett 2000).
In der klinischen Anwendung des Bobath Konzepts ist eine transprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Therapeuten, Ärzten, Pflegefachpersonen und anderen Gesundheitsfachleuten mit den Betroffenen und deren Angehörigen essentiell. Die persönlichen Ziele, Bedürfnisse und das Potential der betroffenen Person stehen dabei im Mittelpunkt.

Manuelle Lymphdrainage (MLD)

Manuelle Massagetechnik nach Dr. Vodder mit systematischer Anordnung und rhythmischer Folge von Drehgriffen, Schöpfgriffen, Pumpgriffen sowie stehenden Kreisen und Spezialgriffen. Der Einsatz von Geräten (z. B. Lymphomat) ist kein Ersatz für die manuelle Lymphdrainage.

Therapeutische Wirkung:

  • Abflussförderung der interstitiellen Flüssigkeit über Lymph- und Venengefäßsystem sowie Gewebsspalten.
  • Steigerung der Lymphangiomotorik.
  • Lockerung fibrosklerotischen Bindegewebes.
  • Hebung des Parasympathicotonus.

Schädigungen/Funktionsstörungen

  • Leichtgradige einseitige Lymphödeme
  • Ödeme:

posttraumatische und postoperative

schmerzlose oder schmerzhafte, zeitweise bzw. vorübergehende lymphatische/lymphostatische Schwellungen

Schmerzen, Funktions-, Belastungsstörungen durch lokale Schwellung (z. B. Ödem, Hämatom)

Leistung:

Behandlung entsprechend dem individuell erstellten Behandlungsplan:

  • Behandlung eines Armes oder Beines oder
  • Behandlung des Kopfes oder
  • Behandlung des Bauches oder
  • Behandlung der Wirbelsäule oder eines Wirbelsäulenabschnittes.

Therapieziel:

Entstauung mit Schmerzreduktion.

Leistung:

  • Behandlung entsprechend dem individuell erstellten Behandlungsplan:
  • Behandlung eines Armes oder Beines oder
  • Behandlung des Kopfes oder
  • Behandlung des Bauches oder
  • Behandlung der Wirbelsäule oder eines Wirbelsäulenabschnittes

Manuelle Therapie

Von Therapeuten durchgeführter Teil der manuellen Medizin auf der Grundlage der Biomechanik und Reflexlehre zur Behandlung von Dysfunktionen der Bewegungsorgane mit reflektorischen Auswirkungen. Sie beinhaltet aktive und passive Dehnung verkürzter muskulärer und neuraler Strukturen, Kräftigung der abgeschwächten Antagonisten und Gelenkmobilisationen durch translatorische Gelenkmobilisationen. Anwendung einer gezielten impulslosen Mobilisation oder von Weichteiltechniken. Die krankengymnastische manuelle Therapie enthält keine passiven Manipulationstechniken von blockierten Gelenkstrukturen an der Wirbelsäule.

Therapeutische Wirkung:

  • Gelenkmobilisation durch Traktion oder Gleitmobilisation.
  • Wirkung auf Muskulatur, Bindegewebe und neurale Strukturen.
  • Kräftigung abgeschwächter Muskulatur.
  • Wirkung auf Gelenkrezeptoren, Sehnen- und Muskelrezeptoren durch Hemmung oder Bahnung.

Schädigungen/Funktionsstörungen:

  • Gelenkfunktionsstörungen, reversibel (sogenannte Blockierung, Hypomobilität, Hypermobilität) mit und ohne Schmerzen.
  • Segmentale Bewegungsstörungen der Wirbelsäule. (Funktionsstörungen durch Muskelverkürzungen, Sehnenverkürzungen, Muskelinsuffizienz, - dysbalance, -verkürzung)
  • Schmerzen.
  • Neural bedingte Muskelschwäche bei peripheren Nervenkompressionen.

Therapieziel:

  • Wiederherstellung der physiologischen Gelenkfunktion.
  • Wiederherstellung der physiologischen Muskelfunktion.
  • Schmerzlinderung bei arthrogenen, muskulären und neuralen Störungen.

Leistung:

  • Behandlung aufgrund einer manualtherapeutischen Diagnostik nach einem individuellen manualtherapeutischen Behandlungsplan.
  • Schulung in speziellen Gelenk- und Muskelübungen.

Osteopatische Behandlung

Die Osteopathie ist eine Naturmedizin, die seit mehr als
130 Jahren erfolgreich praktiziert wird.
Die Osteopathie strebt das Ziel an, die gestörten Funktionen des Organismus wieder herzustellen, indem die Ursachen von Schmerzen und funktionellen Störungen aufgespürt und behandelt werden. Zu diesem Zweck beurteilt der Osteopath die Stellung, Mobilität und Qualität der Gewebe.
Die Osteopathie versteht sich als Ergänzung und Erweiterung der Schulmedizin. Der Mensch wird als Einheit betrachtet. Alle
Strukturen und Systeme des Organismus werden behandelt, Dysfunktionen des Muskelskelett-Systems ebenso wie Probleme
im viszeralen oder kranio-sakralen Bereich werden beseitigt.
Die Osteopathen arbeiten ausschließlich mit ihren Händen, die sie
als Werkzeuge einsetzen, um Störungen und Einschränkungen
in den verschiedenen Bereichen und Systemen des menschlichen Körpers aufzuspüren und zu behandeln.

Säuglingsbehandlung nach Bobath

Nicht das isolierte Betrachten des Kindes, sondern die ganzheitliche Sichtweise unter Berücksichtigung der Lebensumstände steht im Mittelpunkt dieser Therapie. Im Unterschied zu anderen Therapiekonzepten gibt es im Bobath-Konzept keine standardisierten Übungen, sondern es stehen individuelle und alltagsbezogene therapeutische Aktivitäten / Interventionen im Vordergrund, die günstige Voraussetzungen für sensomotorisches und soziales Lernen herstellen.

Traditionelle chinesische Medizin

Beim Menschen findet man Materie, Bewegung, Geist

"Es ist meine Absicht, die Grundgesetze des lebenden Körpers, so wie ich sie verstanden habe, weiterzugeben. Ich vermittle keine Regeln. Ich zeige meinen Studenten nicht, wie man einen bestimmten Knochen, Muskel oder Nerv bei einer Erkrankung behandelt, sondern ich vermittle ihnen das Wissen über Funktion und Dysfunktion, in der Hoffnung, das spezifische Verständnis der Studenten für Krankheiten, ihr Entstehen, ihre Auswirkung und den Umgang mit ihnen zu schulen." Dr. Andrew Taylor Still D.O.

TCM (Traditionelle Chinesische Medizin)

Die TCM ist eine über 3000 Jahre alte Heilkunst. Sie ist eine natürliche und körperorientierte Behandlungsform.
Ihre wichtigsten Grundlagen sind die Lehre von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen (bei uns eher bekannt unter dem Begriff 5 Elemente), und vom Qi.

Yin und Yang

Die TCM geht davon aus, dass das Leben die Verbindung von Yin und Yang ist. Im dynamischen Wechselspiel ergänzen sich Yin und Yang in unaufhörlichen Prozessen der Umwandlung und führen zur Harmonie der Ganzheit. Es gibt kein Yin ohne Yang, die beiden Kräfte ergänzen sich und sind voneinander abhängig.

Die fünf Wandlungsphasen (bei uns oft besser als die „5 Elemente“ bekannt)

Bei dieser Lehre werden physische Abläufe oder Phänomene in 5 Wandlungsphasen eingeordnet.
Diese 5 Grundfaktoren – Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser – stehen in einer engen Wechselbeziehung der gegenseitigen Hervorbringung, der Steuerung und der Überwindung. Die Überwindung ist pathologisch, während die andern Zyklen physiologisch sind. Bei extremem Ungleichgewicht einer Phase, kann jedoch jeder Zyklus pathologisch wirken.
Viele medizinische Gegebenheiten und Vorgänge, wie z. B. die Funktion innerer Organe, Sinnesorgane, der Einfluss von Wetterfaktoren etc., lassen sich den 5 Wandlungsphasen zuordnen. Zum Beispiel resoniert zum Holz der Wind, der Frühling, die Geburt, die Leber, die Gallenblase, die Muskeln, der Zorn, das Saure, etc. Bringt man diese Resonanzreihe zueinander in Beziehung, erhält man einige klinisch wichtige Daten.

Qi (sprich: tschi)

Für die Chinesen gibt es keine direkte Definition von Qi. Die ständig fliessende und sich wandelnde Lebensenergie , ein energetisches Potential, eine dynamische Komponente welche im Körper als Lebenskraft zirkuliert, sind nur drei der möglichen Umschreibungen.
Die Lebensenergie kommt aus drei Quellen:

  • das „Atmungs-Qi“, welches wir über die Atmung aufnehmen
  • das „Nahrungs-Qi“, welches über die Nahrungsmittel in den Körper gelangt
  • das „Ursprungs-Qi, das uns als Erbsubstanz mitgegeben wurde

Qi erfüllt im Körper wichtige Funktionen, wie z.B.

  • Quelle der Bewegungen, nicht nur die willkürliche, sondern auch die Atmung, des Blutkreislaufes, der Därme etc.
  • Erzeugung von Wärme im Körper
  • Psychische Aktivität und Vitalität, das Denken, das Bewusstsein
  • Umwandlung von Nahrung in Blut und Körpersäfte
  • den Körper vor äusseren schädlichen Einflüssen schützen, etc.

Beim gesunden Menschen ist diese Lebensenergie in harmonischem Fluss, die Funktionen der Organe sind ungestört und kräftig.

Krankheiten im Sinne der TCM sind energetische Störungen mit folgenden möglichen Ursachen:

  • klimatische Faktoren
  • emotionale Faktoren
  • falsche Ernährung
  • körperliche Erschöpfung
  • Ansammlung von Schleim
  • Verletzungen

Nach chinesischer Vorstellung sind „äussere“ klimatische, und „innere“ emotionale Faktoren die wichtigsten Ursachen bei der Krankheitsentstehung.
Der wichtigste Grund zum Einsatz der TCM, dient zur Vorsorge und Erhaltung der Gesundheit.
Wenn wir auf „Zeichen“ unseres Körpers achten, und diese ernst nehmen, können Disharmonien frühzeitig erkannt und mittels TCM therapiert werden.
Leider haben wir die Fähigkeit, auf unseren Körper zu „hören“, aus verschiedensten Gründen weitgehend verloren. Dadurch wird auch die TCM vermehrt zur Therapie, wenn wir bereits erkrankt sind.
Weiter ist darauf hinzuweisen, dass die TCM ein ganzheitliches System ist, weshalb der Einbezug psychischer Faktoren selbstverständlich ist.