Menschen mit einer Hirnschädigung leiden oft an Wahrnehmungsstörungen. Sinneseindrücke können nicht mehr richtig verarbeitet und in Bezug zur Umgebung gesetzt werden. Beim therapeutischen Führen nach Affolter führt der Therapeut Hände und Körper des Patienten bei Alltagshandlungen und steht dabei hinter ihm. Ein Sprechen findet nicht statt. Auf diese Weise kann der Patient den Zusammenhang zwischen seinen Sinneswahrnehmungen und seiner Umwelt neu „erspüren“ und somit neu zuordnen, ohne dass ihm der jeweilige Prozess verbal mitgeteilt wird. Für und mit Situationen des Alltags werden auf diese Art Informationen gesammelt, die dem Patienten Sicherheit vermitteln sollen. Reaktionen auf eigene Aktionen zu erfahren, können einen Lernvorgang beim Patienten erzeugen, der sich auf die verschiedensten Lebensbereiche auswirkt. Über die Umwelt Erfahrungen zu sammeln, kann dem Betroffenen zudem Sicherheit vermitteln.
Jedes therapeutische Arbeiten mit hirngeschädigten Menschen erfordert nicht nur Geduld, sondern auch ein starkes Einfühlungsvermögen. Für uns bedeutet dies aber unter anderem auch, mit diesen Eigenschaften den kranken Menschen zu motivieren, seinen schwierigen, langwierigen und manchmal auch von Rückschlägen oder Resignation begleiteten Weg zur Verbesserung seines Zustandes weiter zu gehen.