Behandlungsmethoden Ergotherapie

Basale Stimulation

Menschen mit Halbseitenlähmung, z. B. hervorgerufen durch einen Schlaganfall, Apalliker oder Komapatienten können oft nicht mehr mit ihrem Umfeld kommunizieren. Durch die basale Stimulation können wir bei dem Patienten Körper- und Bewegungserfahrungen anregen. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass eine Eigenwahrnehmung des Betroffenen mit seiner Umwelt wieder stattfinden kann. Dies ist die Grundvoraussetzung für die Kommunikation des Patienten überhaupt. Anschließend erarbeiten wir mit dem Patient zusammen ganz persönlich auf Ihn zugeschnittene non-verbale Mitteilungsformen. Das Ziel ist, dass der Patient wieder Kontakt mit der Umwelt aufnehmen kann.
Sowohl eine passive als auch eine aktive Teilnahme am Leben, und sei sie noch so begrenzt, hebt nicht nur die Lebensqualität des Patienten. Sie kann den Lebenswillen steigern. Hierbei ist ganz besonders zu bemerken, dass Menschen in einem solchen Zustand, wenn Sie ihre Lebenssituation in vollem Umfang erfassen, oftmals den Lebenswillen verlieren. Fällt die Lebensqualität, so fällt auch die „Lust“ auf diese „Form des Lebens“, und der Patient wird zunehmend apathischer. Alleine durch die Herstellung des Kommunizierens, kann eine Teilnahme, eine aktive, wenn auch sehr eingeschränkt aktive Teilnahme am Leben, die Lebenslust des Patienten um ein vielfaches erhöhen. Zudem kann die Motivation der Angehörigen durch den Prozess des Miteinbeziehens verbessert werden, da Kommunikation gleich Kontakt und Austausch ist. ihrer
Wir, das Therapiehauses Glindemann, nehmen uns die Zeit, diesen Menschen in seiner schwierigen Situation Schritt für Schritt wieder in diese Welt der Wahrnehmung und Kommunikation zu begleiten. Wir bringen die nötige Geduld und das Einfühlungsvermögen auf, auch noch so kleine Schritte zu machen. Wir stehen Ihnen rat- und tatkräftig zur Seite und freuen uns mit Ihnen über jeden noch so kleinen Erfolg.

Therapeutisches Führen nach Affolter

Menschen mit einer Hirnschädigung leiden oft an Wahrnehmungsstörungen. Sinneseindrücke können nicht mehr richtig verarbeitet und in Bezug zur Umgebung gesetzt werden. Beim therapeutischen Führen nach Affolter führt der Therapeut Hände und Körper des Patienten bei Alltagshandlungen und steht dabei hinter ihm. Ein Sprechen findet nicht statt. Auf diese Weise kann der Patient den Zusammenhang zwischen seinen Sinneswahrnehmungen und seiner Umwelt neu „erspüren“ und somit neu zuordnen, ohne dass ihm der jeweilige Prozess verbal mitgeteilt wird. Für und mit Situationen des Alltags werden auf diese Art Informationen gesammelt, die dem Patienten Sicherheit vermitteln sollen. Reaktionen auf eigene Aktionen zu erfahren, können einen Lernvorgang beim Patienten erzeugen, der sich auf die verschiedensten Lebensbereiche auswirkt. Über die Umwelt Erfahrungen zu sammeln, kann dem Betroffenen zudem Sicherheit vermitteln.
Jedes therapeutische Arbeiten mit hirngeschädigten Menschen erfordert nicht nur Geduld, sondern auch ein starkes Einfühlungsvermögen. Für uns bedeutet dies aber unter anderem auch, mit diesen Eigenschaften den kranken Menschen zu motivieren, seinen schwierigen, langwierigen und manchmal auch von Rückschlägen oder Resignation begleiteten Weg zur Verbesserung seines Zustandes weiter zu gehen.

Neurologische Behandlung nach Bobath (Ergo)

Das Bobath-Konzept wird bei Menschen mit Störungen oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzung, Tumore, Hirnschäden bedingt durch Sauerstoffmangel etc.), die Lähmungen, Spastiken oder Störungen der Körperwahrnehmung zur Folge haben. Das Therapiekonzept ist ganzheitlich ausgerichtet. Es basiert auf neurologischer Stimulation durch gezieltes Training. Trainiert werden die Alltagsaktivitäten unter Anpassung der Muskelspannung und Gleichgewichtsverlagerung. Ihr Vertrauen zum Therapeut ist wichtig, um Fortschritte erzielen zu können. Uns geht es nicht nur um die reine Durchführung der Therapie. Mindestens genau so wichtig ist für uns das Zwischenmenschliche. In unserem Therapiehaus spielt dieser Aspekt nicht nur bei der Behandlung nach Bobath eine Rolle. Denn im Allgemeinen gilt, wenn die Beziehung Therapeuth – Patient - Angehörige eine Gute ist, so werden meist auch schneller und eventuell zudem länger anhaltende positive Ergebnisse erzielt. Wir wollen im besonderen auch Ihnen Zuversicht geben, Sie immer wieder motivieren.
Wir freuen uns wie Sie über kleine und große Fortschritte auf dem Weg zu Ihrer Genesung.

Kognitiv-therapeutische Übungen nach Prof. Perfetti

Nach Wissen der Verfasserin wurde die Behandlungsmethode und deren Effizienz bisher nicht einer empirischen Studie unterzogen. Dennoch werden mit der Therapiemethode gute Erfolge erzielt. Im Gegensatz zur traditionellen Behandlung (z.B. Pysiotherapie) von Schlaganfallpatienten steht das Konzept des Dr. Carlo Perfetti. Während bei der konservativen Therapie der Fokus der Zielsetzung auf das Wiedererlernen alter Fähigkeiten oder das Neuerlernen von Ersatzfunktionen gelegt ist, basiert das kognitiv-therapeutische Konzept nach Prof. Perfetti auf der Vorstellung, dass Bewegung, Wahrnehmung und kognitive Fähigkeiten ein komplexes System bilden und in Wechselwirkung miteinander stehen. Das Perfettische Konzept beinhaltet die Neuordnung dieses System durch die Aktivierung bereits programmierter Lernprozesse. Für die Behandlungsübungen benötigt man unter anderem spezifisches Therapiematerial. Überwiegend geht es dabei um mehrdimensionale Figuren aus verschiedenen Werkstoffen in diversen Formen und Größen. Manche der Figuren sind in sich beweglich. Mit den Händen werden Objektkonturen erfühlt und wahrgenommen. Dabei wird der Patient entweder durch den Therapeut führend gelenkt, oder der Patient handelt selbstständig. Ziel dieser Behandlung ist es unter anderem, dass der Patient die unterschiedlichen Figureigenschaften, beginnend vom Gewicht bis zur Gestalt selbst, und die damit verbundenen Bewegungsabläufe und Bewegungen selbst erfährt. Im weiteren Verlauf soll er diese Eigenschaften so verinnerlichen, um sie wieder zu erkennen und nachbauen zu können.
Wie bei vielen Therapien, die wir bisher aufführten und anbieten und die sich mit diesen Erkrankungen befassen, spielt auch hier Geduld und Einfühlungsvermögen des Therapeuten eine große Rolle für den Erfolg der Behandlung. Unsere Mitarbeiter mögen den intensiven Umgang mit Menschen. Viele kleine Schritte führen ebenso zum Ziel wie ein paar große. Wir passen uns Ihrem Tempo an, nicht Sie unserem.

Hirnleistungstraining (HLT) nach Verena Schweizer

Das Neurotraining nach Verena Schweizer dient zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis, Konzentrationsfähigkeit, Problemlösung und inhaltliches Verständnis von Gehörtem und Gelesenem bei Menschen mit einer Hirnschädigung. Diese Hirnschädigung kann durch ein angeborenes Defizit begründet sein oder durch eine Krankheit wie Schlaganfall, eine Schädel-Hirn-Verletzung oder einen Hirntumor verursacht sein. Mit dieser Therapieform können wir dem Patienten zum einen helfen, sich selbst und seine Fähigkeiten besser einschätzen und akzeptieren zu können, zum anderen ergibt sich daraus meist der eigene Wunsch und der Ehrgeiz, seine kognitiven Fähigkeiten wieder auszubauen, um am sozialen oder auch beruflichen Leben wieder vermehrt und erfolgreich teilhaben zu können. Das Eigengefühl und der eigene Wert des Menschen werden oftmals durch Produktivität und Leistung hergestellt. Der Weg, hin zu diesem Gefühl, ist für den Hirngeschädigten meist ein sehr langwieriger, schwer gehbarer Pfad. Wir freuen uns, wenn wir Sie auf diesem Weg begleiten dürfen. Wir freuen uns, wenn wir Ihnen helfen können, Ihre Fähigkeiten auf diesem Gebiet wiederzuerlangen und auszubauen. Das Erfolgserlebnis liegt zum größten Teil nur auf Ihrer Seite, aber auch für uns ist jeder kleine Schritt, den Sie schaffen, ein Erfolg, der uns gleichermaßen motiviert und freut.

Sensorische Integrationstherapie nach J. Ayres

Sensorische Integration ist die Verarbeitung von Sinnesreizen wie Hören, Sehen, Schmecken, Riechen und Fühlen im Gehirn. Auch der Gleichgewichtssinn zählt dazu, über den Bewegung und Körperlage erfahren werden. Ist die Verarbeitung einzelner oder mehrerer Reize gestört, sei es durch Krankheit oder Entwicklungsstörungen, ist eine geplante und zielgerichtete Handlung und Reaktion auf die Sinneseindrücke nicht möglich. Mit der Sensorischen Integrationstherapie nach J. Ayres bieten wir Menschen mit solchen Störungen gezielte Reize auf verschiedenen Gebieten. Dadurch kann Wahrnehmung geschult und vor allem eine verbesserte Verarbeitung von Sinnesreizen erreicht werden. Dies fördert wiederum die eigene Wahrnehmung und das Gleichgewicht. Die sensorische Integrationstherapie ist im Grunde genommen eine sehr langwierige Angelegenheit, aber wie bei Allem, was wir an Hilfe in unserem Haus anbieten, es kommt auf den Patienten an, wie viel an Substanz und Motivation er mit in unser Therapiehaus bringt. Wir tun auf jeden Fall alles dafür, um die Motivation des Patienten zu halten und auch zu fördern. Und wir begleiten Sie gerne auf diesem langen Weg der Herausforderungen.

Sensomotorisch – perzeptive Behandlung

Sensomotorisch – perzeptive Behandlung

Eine ergotherapeutische sensomotorisch-perzeptive Behandlung dient der gezielten Therapie krankheitsbedingter Störungen der sensomotorischen und perzeptiven Funktionen und der daraus resultierenden Fähigkeitsstörungen. Sie ist ein komplexes Behandlungsverfahren mit häufig mehreren Therapiezielen.

Indikationen

  • Störungen nach traumatischer Schädigung, Operationen, Verbrennungen, Verätzungen
  • Amputationen, angeborene Fehlbildungen
  • Sympathische Reflexdystrophie, Sudeck´sches Syndrom, CRPS
  • Erkrankungen mit Gefäß-, Muskel- und Bindegewebsbeteiligung, insb. Systemische Erkrankungen
  • ZNS-Erkrankungen, Entwicklungsstörungen längstens bis zur Vollendung des 18. LJ.
  • ZNS-Erkrankungen nach Vollendung des 18.LJ.
  • Rückenmarkserkrankungen
  • Periphere Nervenläsionen
  • Entwicklungsstörungen, Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend

Motorisch-funktionelle Therapie

Bei krankheitsbedingten, motorischen Störungen kann die Motorisch-funktionelle Therapie helfen, die hieraus bedingten Fähigkeitsstörungen zu beheben. Krankhafte Haltungs- und Bewegungsmuster werden abgebaut, gesunde Funktionen erhalten. Zudem dient die Therapieform der Entwicklung und Verbesserung von Grob- und Feinmotorik und der Koordination. Aber auch Gelenkversteifungen oder Einschränkungen der Beweglichkeit durch Narben kann entgegengewirkt werden. Die Gelenkfunktionen können durch diese Behandlungsform ebenso verbessert werden, wie eine Schmerzlinderung erreicht werden kann. Unsere sehr sachkundigen Mitarbeiter helfen Ihnen gerne auch bei diesen Problemen. Überlassen Sie sich vertrauensvoll unseren erfahrenen Händen.

Psychisch-funktionelle Behandlung

Erkrankungen des Gehirns, psychische Störungen, aber auch Entwicklungsstörungen gehen häufig mit einer Beeinträchtigung der psychosozialen und sozio-emotionalen Funktionen einher, die wiederum die Fähigkeiten des Menschen auf diesen Gebieten stark einschränken können. Die ergotherapeutische psychisch-funktionelle Behandlung dient gezielt der Therapie dieser Störungen. Gerade bei Störungen auf diesem Gebiet spielt das Vertrauen zwischen Patient und Therapeut eine überaus wichtige Rolle. Wir bieten Ihnen, um ein solches Verhältnis zu schaffen, eine geschützte, sichere und angenehme Atmosphäre in unserem Haus.
Vertrauen Sie uns, wir stehen an Ihrer Seite. Wir begleiten Sie gerne auf dem Weg der Besserung und stehen helfend parat, wenn ein Zustand sich unabsehbar verschlechtern sollte.

Canadian Model of Occupational Performance (COPM)

Das COPM stellt ein Instrument in der Ergotherapie dar, das die Erstellung eines individuellen, klientenorientierten Therapieplans und die Überprüfung des Therapieerfolges ermöglicht. Mit Hilfe von Erhebungsbögen und Interviews werden die Wünsche und Fähigkeiten des Patienten als Grundlage des Therapieplans erfasst und gemeinsam mit dem Therapeuten Ziele definiert. Dieses Vorgehen ermöglicht eine gute Überprüfung des jeweiligen Therapiefortschritts bzw. des gerade gegebenen Zustandes des Patienten, so dass zu jeder Zeit mit der für richtig erachteten Form der Physio- bzw. Ergotherapie eingegriffen werden kann.
Da unser Haus über ein sehr breit aufgestelltes Team verfügt, haben wir auch die Möglichkeiten, die jeweils richtige Methode anzuwenden.

Biofeedback/Neurofeedback

Biofeedback

Mit "Biofeedback" wird eine Methode bezeichnet, bei der körpereigene innere Regulationsvorgänge dem eigenen Bewusstsein zugänglich gemacht werden.
Körperfunktionen, wie z. B. Temperatur, Puls, Hautleitwert oder Hirnströme, können durch Messungen mit einem geeigneten Gerät auf einem Monitor dargestellt werden.
Biofeedback wird zur Regulation des vegetativen Nervensystems, in der Klinik und der Rehabilitation aber auch zur Entspannung eingesetzt. Dieses Verfahren zur Behandlung von Krankheiten wird vor allem dann eingesetzt, wenn psycho - physiologische Vorgänge nicht mehr funktionieren. Dazu werden im allgemeinen Töne (Lautstärke, Tonhöhe oder Klangfarbe) oder Visualisierungen (u.a. Zeiger, Balkendiagramme, Bälle, Pfeil ) eingesetzt.

Durch Biofeedback kann folgendes erfasst werden:

  • Atemmuster (Atemfrequenz, Atemamplitude)
  • Blutdruck
  • Puls (Frequenz, Amplitude und Variabilität)
  • Sauerstoffgehalt des Blutes
  • Hauttemperatur
  • Hautleitwert
  • Hauttemperatur
  • Muskelpotentiale EMG (Elekromyographie)
  • Gehirnströme EEG (Elektroenzephalographie)

Beim Biofeedback wird an zu bestimmenden Muskeln, den Fingern oder an das Ohr des Probanden eine Messsonde angebracht, die die einzelnen Parameter misst und diese weiterleitet an den Wandler. Es wird damit indirekt der Grad der Anspannung des autonomen Nervensystems erfasst. Die normalerweise unwillkürlichen körperlichen Vorgänge werden mittels Rückmeldung auf einem Monitor dargestellt und der Patient erhält dadurch die Möglichkeit, diese sonst nicht kontrollierbaren Vorgänge zu beeinflussen. Während der Messung sitzt der Proband vor einem Computerbildschirm, auf dem die Messwerte als Kurven und oder Balkendiagramm, Bilder oder anderen graphischen Darstellungen zu sehen sind. Diese Rückmeldung zeigt dem Klienten den Ist- Zustand der gemessenen inneren vegetativen Vorgänge. Durch dieses Feedback erlernt der Patient zwischen Entspanntheit von Angespanntheit zu unterscheiden. Oftmals wird durch die Messwerte deutlich, dass Muskeln angespannt sind, der Atem nur im oberen Brustkorb stattfindet (flaches, schnelles atmen), die Handflächen schwitzen oder das Herz schnell schlägt, obwohl das dem Betroffenen nicht bewusst ist. Das Ziel des Biofeedbacks ist dann z. B. die Muskelanspannung zu drosseln, den Hautleitwert zu senken, das Atemmuster gleichmäßig und ruhig werden zu lassen. Letztlich geht es darum, das Gelernte im Alltag zuverlässig anzuwenden, um sich in oder voraussichtlich schwierigen Situationen besser darauf ein zu stellen.
Bei folgenden Krankheiten wird Biofeedback angewendet

  • chronische Rückenschmerzen
  • chronische Muskelverspannung
  • Spannungskopfschmerzen
  • Migräne
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen ( essentielle Hypertonie)
  • Angst- und Panikstörungen, Depressionen, psychosomatische Beschwerden
  • Hyperventilatiossyndrom
  • Asthma
  • Harn- und Stuhl Inkontinenz
  • ADHS, Epilepsie
  • Tinnitus
  • Schlaganfall
  • neuromuskuläre Rehabilitation
  • Stressmanagement

Die Behandlung mit Biofeedback ist ab dem sechsten Lebensjahr möglich.

Neurofeedback bitte anklicken. Hier werden Anwendungen (Beispiele) beschrieben.
Ist eine wissenschaftlich fundierte Methode, um die Gehirnfunktionen und Leistungspotentiale zu optimieren. Dies findet ohne Medikamente oder medizinischen Eingriff statt. Bei Biofeedback kann man bestimmte körperliche Funktionen wie z.B. Hauttemperatur, Blutdruck, Muskelspannung etc. beeinflussen. Neurofeedback ist ein Spiegel für unser Gehirn. Dieses lernt, die von ihm erzeugten Potentiale zu regulieren und zu verändern. Neurofeedback wirkt direkt am Gehirn.
Beim Neurofeedback werden EEG - Wellen von einem Computer in Echtzeit analysiert, nach ihren Frequenzen zerlegt und auf dem Bildschirm dargestellt.

Einsatzbereiche

Es wird angenommen, dass vielen Störungen eine Fehlregulierung der Gehirnfunktion zugrunde liegt. Während einer Neurofeedbackbehandlung wird das Gehirn trainiert, seine Funktion zu verbessern. Durch mehrmalige Wiederholung dieses Trainings stellt sich die Gehirnfunktion dauerhaft um und Symptome der zu behandelnden Störungen können vermindert oder vollständig zum Verschwinden gebracht werden. In wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass mit einer Neurofeedbackbehandlung von Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS) vergleichbare Resultate erzielt werden können wie mit dem Medikament Methylphenidat, auch bekannt als Ritalin. In den letzten Jahren wird viel in der Anwendung von Neurofeedback im ganzen Spektrum der psychischen Störungen geforscht, teilweise mit erstaunlichen Ergebnissen.
Bei alternden Menschen kann eine gute Gehirnfunktion durch regelmäßiges Neurofeedbacktraining unterstützt werden. Fast jedes Gehirn, unabhängig davon in welchem Ausgangszustand es sich befindet, kann zu besserer Funktion trainiert werden.
Bei Patienten, die wegen spezifischer Störungen Medikamente einnehmen, kann durch die Neurofeedbackbehandlung eine Reduktion der Medikamentendosis oder gar ein Absetzen der Medikamente notwendig werden. Keinesfalls jedoch ist Neurofeedback als ein Allheilmittel zu sehen und kann Medikation nicht immer ersetzen.

Anwendungen (Auszüge) bei

  • Angststörungen
  • Aufmerksamkeitsstörungen (ADS/ADHS) ▪ Lese –Rechtschreibschwäche (LRS)
  • Autismus ▪ Depression
  • Tinnitus ▪ Migräne
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD) ▪ Schlafstörungen